Donnerstag, Dezember 03, 2020

Feuerwehr Wetter (Ruhr) beschreitet neue Wege bei der Grundausbildung

Völlig neue WegEinweisenderTeilnehmerindenLehrgange bei der Grundausbildung ihrer "jungen" Einsatzkräfte beschreitet die Freiwillige Feuerwehr Wetter (Ruhr).

Am Dienstag, den 2. Juni 2020, fand die Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Grundlehrgang, Module 1 und 3, im Gerätehaus in Alt-Wetter statt. Und bei dieser einen Präsenzveranstaltung soll es für die nächsten Wochen auch erst einmal bleiben.

Alle geeigneten Themen sollen von den Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmern als E-Learning-Phase von zuhause aus bearbeitet werden. Dieses sind unter anderem die Bereiche Gesetzliche Grundlagen, Fahrzeug- und Gerätekunde oder Erste-Hilfe. Über eine extra eingerichtete Cloud-Lösung, welche auch von einem Feuerwehrmitglied entwickelt wurde, können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Aufgaben bearbeiten und anschließend auch ihre Lösungen dort einstellen. Peer Roschin als Ausbildungsleiter hat so immer einen aktuellen Überblick über den augenblicklichen Ausbildungsstand der "jungen" Feuerwehrleute.

BegrüßungdurchFFundIdFBegleitet wird dieses Modellprojekt von Dozenten des Institutes der Feuerwehr NRW (IdF) aus Münster. Das IdF NRW war im Frühjahr mit der Frage an die Freiwillige Feuerwehr herangetreten, ob man sich von Wetteraner Seite aus eine entsprechende Zusammenarbeit in der Ausbildung neuer Feuerwehrkräfte vorstellen könnte. Hintergrund des Ganzen ist die Einrichtung einer elektronischen Lernplattform am IdF NRW, mit deren Hilfe die Standortausbildung in den Gemeinden und Kreisen unterstützt werden soll. Nach kurzer Beratung im Kommando wurde der Vorschlag des IdF NRW gerne angenommen.

Dass diese neue AusVorstellungdesAblaufesbildungsmethode durch die Corona-Pandemie einen noch höheren Stellenwert bekam, hatte sich anfangs keiner der Beteiligten gedacht. Aber durch die hohen Eigenlernanteile können natürlich auch die sonst erforderlichen Lehrgangsstunden im Schulungsraum entfallen. Dies ist gerade in der momentanen Corona-Zeit ein Gewinn für alle Beteiligten. Die insgesamt fünfundzwanzig Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer treffen im Schulungsraum nicht aufeinander und die sonst anwesenden Ausbilder werden ebenfalls zeitlich entlastet. "Die Aufgabenstellungen und die Lehrgangsorganisation geben dem Teilnehmer die Freiheit seinen Lernprozess individuell und eigenverantwortlich zu gestalten. Die Ausbilder sind mehr Lernbegleiter als Wissensvermittler. Neben dem Fachwissen sollen die Kreativität und Problemlösungskompetenzen gefördert", so Karsten Thiele, Dozent am Institut der Feuerwehr NRW.

Ganz ohne Praxisanteile kommt dann aber auch die "neue" Art des Lehrganges nicht aus. Für die notwendigen, geringen Praxisanteile wurden im Vorfeld kleine Gruppe gebildet. Für sie stehen ausgebildete Ansprechpartner in den jeweiligen Löscheinheiten zur Verfügung. Damit keine Vermischung innerhalb Gruppen stattfindet, arbeiten diese auch nur mit ihrem jeweiligen Löschfahrzeug.

Am Ende der 11-wöchigen Ausbildungsphase steht natürlich auch eine Prüfung, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr erlerntes Wissen nachweisen müssen. Dieses geschieht in einer nochmaligen Präsenzveranstaltung im Gerätehaus Alt-Wetter. Hier muss PapiertaschemitLehrgangsmaterialdann jeder in einer 5 bis 10-minütigen Vorstellung die besonderen Merkmale, bzw. Einsatzzwecke seines Löschfahrzeuges darstellen. Anschließend wird es noch ein Fachgespräch mit den Prüfern über die feuerwehrtechnische Fahrzeugausstattung geben.

Zum Ende der Auftaktveranstaltung erhielt jeder Lehrgangsteilnehmer eine Papiertasche mit den notwendigen Ausbildungsmaterialien (Fachliteratur, Erste-Hilfe-Tasche und weiteres), damit direkt in die E-Learning-Phase gestartet werden konnte.