Sonntag, April 18, 2021

Feuerwehr-Wissen Teil VI - Die FF Wetter (Ruhr) in der Detailansicht (1. Teil)

In diesem zTeil 6weiteiligen Beitrag werden Aufbau und Organisation der Feuerwehr der Stadt Wetter (Ruhr) näher unter die Lupe genommen. Dieser erste Beitragsteil beschäftigt sich mit den Rahmenvorgaben für die Organisation unserer Feuerwehr und legt dar, welches Grundmodell rechtlich vorgeschrieben ist. In der nächsten Woche werden wir dann ganz speziell auf die Details zum Aufbau der FF Wetter (Ruhr) eingehen.

Zunächst etwas Grundsätzliches zum Feuerwehrwesen in Nordrhein-Westfalen: Jede Gemeinde in NRW ist verpflichtet, eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr zu unterhalten. So will es das Landesgesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG NRW). Eine Feuerwehr auf Kreisebene oder auf Landesebene gibt es nicht. Das BHKG lässt den Gemeinden einen großen Ermessensspielraum, in welchem sie die Leistungsfähigkeit ihrer Feuerwehr sichern können, macht allerdings auch einige zwingende Rahmenvorgaben (für Näheres siehe Feuerwehr-Wissen Teil III).

Nach diesen Rahmenvorgaben ist die Stadt Wetter (Ruhr) verpflichtet, eine Freiwillige Feuerwehr zu unterhalten. Als mittlere kreisangehörige Gemeinde (derzeit ca. 28.000 Einwohner) darf die Stadt Wetter (Ruhr) von Rechts wegen keine Berufsfeuerwehr einrichten! Mittlere kreisangehörige Gemeinde sind allerdings grundsätzlich verpflichtet, eine durchgehend durch Feuerwehrbeamte besetzte, hauptamtliche Wache vorzuhalten. Eine Ausnahme hiervon kann jedoch bei ausreichender Leistungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr durch die Bezirksregierung erteilt werden. Die Stadt Wetter (Ruhr) hat solch eine Ausnahmegenehmigung und unterhält deshalb keine hauptamtliche Wache. Diese Ausnahme wird übrigens alle fünf Jahre neu geprüft. Die Feuerwehr Wetter (Ruhr) ist daher als Freiwillige Feuerwehr ohne hauptamtliche Wache aufgestellt.

In der nächsten Woche wird auf Details eingegangen werden und unter anderem die Einsatzabteilung und die Jugenfeuerwehr vorgestellt. [ml]

Feuerwehr-Wissen Teil VI - Die FF Wetter (Ruhr) in der Detailansicht (2. Teil)

In der ersten Detailansicht ging es um die gesetzlichen Vorgaben, die die Stadt Wetter (Ruhr) bei der Organisation ihrer Feuerwehr beachten muss. Eine Zusammenfassung: in Wetter (Ruhr) wäre eine Berufsfeuerwehr unzulässig, eine Freiwillige Feuerwehr hingegen muss bestehen und eine hauptamtliche Wache ist ausnahmsweise entbehrlich. Nun soll im Einzelnen betrachtet werden, wie Stadt Wetter (Ruhr) den Auftrag, eine leistungsfähige Feuerwehr einzurichten, umgesetzt hat.

Der Kern der Freiwilligen Feuerwehr (Ruhr) besteht aus der Einsatzabteilung. Diese ist dezentral aufgestellt und setzt sich aus fünf Löscheinheiten (LE) zusammen. Im Einzelnen sind dies die LE Alt-Wetter, die LE Grundschöttel, die LE Wengern, die LE Volmarstein und die LE Esborn. Jede LE verfügt über einen eigenen Standort und Einsatzfahrzeuge, ist aber unselbstständiger Teil der Feuerwehr Wetter (Ruhr). Derzeit besteht die Einsatzabteilung aus 146 Frauen und Männern, die ehrenamtlich ihren Feuerwehrdienst verrichten und zu diesem Zwecke mit Funkmeldeempfängern zu Einsätzen alarmiert werden. Aus taktischen Gründen sind die LE zudem als Löschzüge (LZ) zusammengefasst. Die LE Alt-Wetter entspricht dem LZ I, die LE Grundschöttel und die LE Volmarstein stellen den LZ II und die LE Wengern und die LE Esborn den LZ III.
Die LE sind neben den Standardaufgaben in Brandschutz und Hilfeleistung noch jeweils auf eine besondere Tätigkeit spezialisiert. So ist bei der LE Alt-Wetter der Rüstwagen stationiert, weshalb diese sich besonders mit der Rettung bei Verkehrsunfällen beschäftigt. Der LE Grundschöttel kommen stadtweit alle Einsätze mit der Drehleiter zu und die LE Esborn verfügt über gesonderte Mittel für den Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern.
Außerdem besteht innerhalb der Einsatzabteilung noch die Sondergruppe "Tagesdienst". Worum handelt sich bei dieser Untergliederung, die auch in den "Wochenrückblicken" regelmäßig erwähnt wird? Im Tagesdienst sind Mitglieder der FF Wetter (Ruhr) erfasst, die Beschäftigte der Stadt Wetter (Ruhr) sind und ihren Arbeitsplatz an der Rettungswache bzw. dem Gerätehaus Alt-Wetter haben und deswegen an Werktagen binnen sehr kurzer Zeit für Einsätzen zur Verfügung stehen. Diese freiwilligen Feuerwehrleute werden daher an Werktagen in der Zeit von 7 bis 15 Uhr zu allen Einsätzen im Stadtgebiet mit-alarmiert. Sind mindestens 3 dieser ehrenamtlichen Kräfte verfügbar, arbeiten sie auch Kleinsteinsätze allein ab, zu denen z. B. Türöffnungen oder Tragehilfen (ohne Drehleiter) für den Rettungsdienst zählen. Die Freiwilligen Feuerwehrleute aus der Sondergruppe "Tagesdienst" stellen so zudem eine wichtige Komponente zur Erhöhung der "Tagesalarmsicherheit" dar.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Stellen, in denen sich die Mitglieder der Einsatzabteilungen über ihren regulären Dienst hinaus engagieren wie die Gruppe "Psychosoziale Unterstützung", den Arbeitskreis Marketing oder das Amt des Pressesprechers.

Neben der Einsatzabteilung gibt es innerhalb der FF Wetter (Ruhr) noch drei weitere Abteilungen.

Diese sind zum einen die Jugendfeuerwehr der FF Wetter (Ruhr). Die 30 Mädchen und Jungen zwischen 10 und 18 Jahren werden dort durch Spiel und Sport auf Feuerwehrdienst vorbereitet und lernen allgemein etwas darüber, wie man sich und anderen bei Notfällen helfen kann. Sie werden dabei von 10 Mitgliedern der Einsatzabteilung ehrenamtlich betreut.

im Jahr 2016 wurde zudem die Kinderfeuerwehr der FF Wetter (Ruhr) ins Leben gerufen. Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren wird dort durch 11 ehrenamtliche Betreuer/innen ein Einblick in die große Welt des Feuerwehrwesens geboten.

Zusätzlich besteht eine Unterstützungsabteilung in der FF Wetter (Ruhr), deren Mitglieder keinen Dienst in der Einsatzabteilung verrichten, diese aber z. B. durch Tätigkeiten in der Kinderfeuerwehr, Logistik oder Verpflegung unterstützen.

Nicht fehlen darf in dieser Auflistung die Ehrenabteilung der FF Wetter (Ruhr). In dieser Abteilung befinden sich die Kameradinnen und Kameraden, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht mehr in der Einsatzabteilung vertreten sein können. Sie bleiben so aber mit der Feuerwehr verbunden, pflegen die Kameradschaft und stehen der aktiven Wehr nicht selten mit Rat und Tat zur Seite.

Die Einsatzabteilung mit ihren Untergliederungen, die Jugendfeuerwehr, Kinderfeuerwehr, die Unterstützungsabteilung und die Ehrenabteilung werden insgesamt geführt durch den Leiter der Feuerwehr. Dieser Ehrenbeamte stellt mit seinen zwei Stellvertretern (künftig können freilich auch Frauen diese Positionen bekleiden) die Wehrleitung dar. Der Leiter der Feuerwehr ist gegenüber Rat und Bürgermeister für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr verantwortlich und allgemeiner Dienstvorgesetzter aller 247 Mitglieder der Feuerwehr der Stadt Wetter (Ruhr). Er bekleidet damit ein für gemeindlichen Verwaltung bedeutsames Amt. [ml]